Grafensulz AquarellAsparn - Pfarre Grafensulz


PFARRE  GRAFENSULZ
A - 2126 Grafensulz 1       
Tel. +43 2575 2201

Gemeinsam mit der Pfarre Asparn an der Zaya, übertrug Graf Breuner den Minoriten die Betreuung der Pfarre Grafensulz. Bis heute wird die Pfarre Grafensulz - einer der kleinsten Pfarren des Weinviertels überhaupt - von uns Minoriten betreut. Derzeit ist P. Christian der Pfarrer.
Wir wollen einer kurzen geschichtlichen Überblick über Grafensulz geben:

Am Fuße der Leiserberge, im Leisergrund, liegt der kleine Ort Grafensulz. Auf einem Hügel, außerhalb des Ortes erhebt sich die Pfarrkirche mit einem kleinen Friedhof daneben. Beides wird von  einer niedrigen Friedhofsmauer umgeben. Funde aus der Frühsteinzeit  bezeugen die frühe Besiedelung des Ortes. Der Kirchenhügel dürfte eine vorchristliche Opferstätte und Versammlungsplatz gewesen sein, sicherlich aber eine Thingstätte. Die sieben Linden vor der Kirche auf dem Hügel sind Zeichen dafür, da die Rechtsprechung ein weihevoller religiöser Akt war, der früher unter Eichen und Linden später auch vor Kirchen und Friedhöfen vollzogen wurde. Schon seit ältesten Zeiten gilt die Zahl Sieben als heilige Zahl. In Grafensulz sind die sieben Linden immer wieder nachgepflanzt worden, was die jetzt stehenden Bäume durch ihr verschiedenes Alter bezeugen.

Der Kirchenhügel von Grafensulz diente auch als Asylstätte. Später wurde das Asylrecht auf den Pfarrhof im Dorf übertragen, der Tag und Nacht offen sein musste. Das Asylrecht ist der Anspruch eines Verfolgten auf einen Zufluchtsort, wurde aber erst dreißig Schritte vor diesem wirksam.


AUS DER PFARRCHRONIK VON GRAFENSULZ

12. Jh.      Vermutliche Entstehung der Kirche von Grafensulz.

1303         Erstmalige Erwähnung des Namens Grafensulz. [ Der Namen Grafensulz wurde im Laufe der Geschichte verschieden geschrieben: Sulz, Graffensulz, Gräfensultz, Gravensulz, Grawensulz, Grauensulz, ja sogar Graevinnen-sulz. Die Deutung des Namens geht dahin: Eine feuchte, morastige Niederung, einem Grafen zugehörig. Andere Deutung: In einem Graben gelegene feuchte Niederung. Weniger wahrscheinlich: Grauenhafte feuchte Niederung. ]

1429         In dem Passauer Pfarrverzeichnisse von 1429 wird für Asparn ( Asparn majus )  und für Grafensulz Wallsee als Patron bezeichnet ( in einer Handschrift auch Herzog Albrecht V. )

1560         Das Vikariat Grafensulz wird zur Pfarre erhoben. Der erste Pfarrer hieß Albert Raschl.      35 behauste Güter     128 Personen

1624         Februar, 10. Molzheim. Erzherzog Leopold. Bischof von Passau, gibt den Konsens zur Gründung des Minoritenklosters in Asparn an der Zaya.

1645         Schwedeneinfälle in unserer Gegend.

                  Pest in Grafensulz. In Asparn an der Zaya und Umgebung starben 416 Menschen.

1717         Errichtung des Hochaltars. Auf der Rückwand des Altares ist folgende Inschrift aufgefunden worden: "den 15. August 1717 ist dieses Hochaltar aufgerichtet worden. Unter dem hochwürdigen Herrn  P. Constantinus Heiß, derzeit Guardian und Pfarrherr in Asparn.  Vicarius: P. Christianus Wagner." -

                  Erster ständiger Pfarrvikar ist P. Christan Wanger

1771         Ab diesem Jahr werden erstmals die Hausnummern im Taufbuch angegeben.

1848         Erbauung des neuen Pfarrhofes.

1852         Im Jahre 1852 am 6. Dezember 6 Uhr Abends waren 5 Wohnhäuser, 1 Preßhaus und 1 Scheune ein Raub der Flammen; dieses Unglück entstand nach Angabe durch Legung.

1860         Im Sommer 1860 ist die hiesigen Kirche ganz neu mit Schindeln eingedeckt worden, die Kosten belaufen sich auf 237 fl 75 Kr Ö. W.

1869         Erlaubnis zur Errichtung einer Hauskapelle im Pfarrhofe zu Grafensulz. Einweihung derselben am 6. Dezember 1869.

1883         Wegen Einsturzgefahr des Kirchturmes wurde die Kirche vorübergehend geschlossen.

1889         In diesem Jahre wurde ein neues, zweckmäßiges und in jeder Hinsicht schönes Schulhaus gebaut und das alte Schulhaus zu einer Lehrerwohnung und Gemeindekanzlei umgeändert und eingerichtet.

1890         Glasfenster, die Hl. Elisabeth darstellend, errichtet.

1894         Bau der Totenkammer am Friedhof.

1898         Mitte August ist der neue Herr Schulleiter, Franz Nemetz, bisher Lehrer in Obersulz, angekommen und hat die hiesige Schule übernommen. Der bisherige Schulleiter war Alois Hornung, der hier 11 Jahre segensreich als Regenschori und Schullehrer gewirkt hat, 1887 - 1898.

1950         Die morsche Orgel wird abgetragen und verbrannt.

1952         Elektrisches Licht in der Kirche eingeleitet.

1953         Innenausmalung der Kirche . Hochaltarbild von P. Bonifaz Wienand.

1955         5. September. Letzter Kirtag in Gasthof von Grafensulz

1975         350 Jahre Minoriten in Grafensulz

1993         Beginn der großen Kirchenrenovierung.